Das Regionalprojekt China ist mehrdimensional ausgerichtet und unterstützt die Transformation im gesellschaftspolitischen, bildungspolitischen und strukturpolitischen Bereich. Ein Netzwerk aus Projektzentren und lokalen Stützpunkten verknüpft die vorhandenen Kompetenzen und bündelt Ressourcen. Dieses Netzwerk ermöglicht die Unterstützung von Reformprozessen durch Bildung, Training, Beratung und Dialog und ist damit Motor der entwicklungspolitischen Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung in China.
Im Mittelpunkt des Regionalprojektes stehen:
die Unterstützung gesellschaftspolitischer Reformprozesse in Richtung zivilgesellschaftlicher und rechtsstaatlicher Strukturen
die Förderung der Bildungsreform und des Bildungstransfers nach Westchina
die Förderung strukturschwacher Regionen und die Entwicklung ländlicher Räume
Die Aktivitäten konzentrieren sich auf folgende Handlungsfelder:
Gesellschaftspolitik (politischer Dialog, wissenschaftlicher Austausch, Frauenförderung)
Berufliche Bildung (Facharbeiterausbildung, höhere Berufsbildung)
Allgemeinbildung (von der Frühpädagogik über die Grundschule zur allgemeinen Hochschulreife)
Regionalentwicklung, Entwicklung ländlicher Räume
Erwachsenenbildung, Fort- und Weiterbildung/Umschulung
Hochschulbildung (Wissenschaftsförderung, Wissenschaftskooperation)
Bei der Durchführung von Maßnahmen kooperiert die Hanns-Seidel-Stiftung mit folgenden Institutionen:
Bildungsministerium der Volksrepublik China (Ministry of Education, MoE)
Gesellschaft des Chinesischen Volkes für Freundschaft mit dem Ausland
Parteihochschule des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas
Allchinesischer Frauenverband
Zentrum für Flurneuordnung des Ministeriums für Land und Ressourcen (LMR)
Bildungsverband des Bauministeriums der Volksrepublik China
Arbeitsschwerpunkt Gesellschaftspolitik
Mit unseren chinesischen Partnern, der Gesellschaft des Chinesischen Volkes für Freundschaft mit dem Ausland, der Parteihochschule des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und dem Allchinesischen Frauenverband schaffen wir einen Rahmen zur Förderung:
des politischen Dialogs (hochrangige Delegationsbesuche, Round-Table-Gespräche)
des wissenschaftlichen Diskurses (Symposien, Forschungsaufenthalte, Workshops)
der interkulturellen Begegnung
der Geschlechtergleichstellung
junger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und Studierender (Stipendienprogramme)
Die Themenfelder des politisch-akademischen Dialogs werden vor dem Hintergrund aktueller Problemlagen und Fragestellungen gemeinsam festgelegt. Das Spektrum umfasst:
Transformation und institutioneller Wandel
Rechts- und Verwaltungsreform
Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik
Frauenförderung
Regionalentwicklung
soziale Sicherungssysteme
Arbeitsschwerpunkt Bildung und Bildungspolitik
Bildung als zentrales Element der gesellschaftlichen Entwicklung ermöglicht die Teilhabe des Einzelnen und trägt so zur Chancengerechtigkeit bei. Aufgrund der langjährigen Aktivitäten, den landespezifischen Erfahrungen und dem umfassenden Portfolio in Sachen Bildung gibt die Hanns-Seidel-Stiftung bildungspolitische Impulse und leistet einen Beitrag zur Behebung der Bildungsarmut in ländlichen Regionen.
Im Mittelpunkt der bildungspolitischen Bemühungen steht die Fortbildung von Multiplikatoren: Lehrkräfte, Ausbilder, schulisches Leitungspersonal und Führungskräfte lokaler Bildungsverwaltungen. Sie geben Anstöße und fungieren in ihren jeweiligen Einrichtungen als Akteure des Wandels.
Ausgehend von den chinesischen Rahmenbedingungen und dem Bildungsbedarf erfolg die berufliche Ausbildung in den Projektzentren in Anlehnung an die deutsche duale Berufsausbildung. Eine enge Verzahnung von Praxis und Theorie sowie die praktische Ausrichtung der Ausbildungsgänge kennzeichnen die Arbeit der Projektzentren.
Darüber hinaus leisten die Projektzentren einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der chinesischen Bildungsreform durch:
bildungspolitische Beratung auf regionaler und lokaler Ebene
Entwicklung neuer Berufsbilder und die Anpassung traditioneller Berufsbilder sowie dazugehöriger Curricula
Bereitstellung und Implementierung innovativer bildungspolitischer Konzepte, z.B. im Bereich der höheren beruflichen Bildung
Bildungstransfer in strukturschwache Regionen
Ein Schwerpunkt der Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung ist der Bildungstransfer nach Westchina. Die Projektzentren dienen hier als Entwicklungsinstrument zur Förderung des Bildungswesens in den strukturschwachen Regionen Westchinas. Die personellen und technischen Ressourcen, das Erfahrungswissen und die vorhandene Projektinfrastruktur werden genutzt, um die Entwicklung des Bildungswesens in den Westprovinzen voranzutreiben. Der Bildungstransfer konzentriert sich zurzeit auf die Provinzen Gansu, Ningxia, Qinghai, Xinjiang, Yunnan, Guizhou und Tibet.
Das Beispiel Gansu
Der Bildungstransfer in die Provinz Gansu erfolgt von den Projektzentren der Hanns-Seidel-Stiftung in Qingzhou, Weifang (Provinz Shandong) und Shiyan (Provinz Hubei) aus. In Gansu wurden in verschiedenen Gebieten Berufsschulen als Stützpunktschulen identifiziert. Die Qualifizierung der dortigen Lehrkräfte und Ausbilder geschieht durch Fortbildung und Hospitationen in den Projektzentren, bzw. Lehrkräfte und Ausbilder aus den Projektzentren unterrichten vor Ort in den Stützpunktschulen in der Provinz Gansu. Die unzureichende Ausstattung der Stützpunktschulen erfordert die Einrichtung von Fachräumen und die Bereitstellung notwendiger Ausstattung und technischer Schulungsmittel. Diese werden zumeist im Eigenbau von den Teilnehmern selbst hergestellt.
Mittlerweile besteht in der Provinz Gansu ein regionales Netzwerk aus 13 Berufsschulen, das wiederum von Teilnehmern angrenzender Provinzen (Xinjiang, Innere Mongolei, Tibet) für Bildungsmaßnahmen genutzt wird. Entsprechend dem regionalen Bedarf kann dieses Bildungsnetzwerk sukzessive erweitert werden. Im Rahmen des Bildungstransfers erfolgt auch die Beratung und Fortbildung von Schulleitern und Angehörigen der lokalen Bildungsverwaltungen.
Das Konzept Bildungstransfer knüpft an den lokalen Gegebenheiten in den strukturschwachen Regionen an, stärkt die dort vorhandenen Ressourcen und Potentiale, fördert das regionale Qualifikationsniveau und trägt zum Abbau des Bildungsgefälles bei.
Arbeitschwerpunkt ländliche Entwicklung
Die Aktivitäten der Hanns-Seidel-Stiftung auf dem Gebiet der ländlichen Entwicklung zielen auf eine nachhaltige Förderung der ländlichen Räume und damit auf eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der ländlichen Bevölkerung. Hiermit unterstützen wir den Abbau regionaler Disparitäten und leisten einen Beitrag zur Schaffung gleichwertiger Lebenschancen.
Die Aktivitäten umfassen:
Erarbeitung von Strategien und Konzepten zur Dorfentwicklung und Flurneuordnung
Qualifizierung ausgewählter Zielgruppen im ländlichen Raum durch Umschulungs-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen
Beratung kommunaler Entscheidungsträger in Fragen der Flurneuordnung und Landentwicklung
Schulungsprogramme im Bereich Flurneuordnung Anfertigung von Feasibility-Studien
Mikrofinanzierung zur Existenzgründung
Pilotprojekt Solarenergie
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