Unter dem Motto „Kooperation, Entwicklung, Ausblick“ eröffnete die Vize-Bildungsministerin der Volksrepublik China, Dr. Lu Xin das Forum „30 Jahre chinesisch-deutsche Zusammenarbeit in der Berufsbildung“. Das Ministry of Education (MoE) lud ein zu einer Veranstaltung am 29. und 30. November in Peking, an der neben den Bildungsämtern aller Provinzen und Bildungseinrichtungen aus ganz China auch die Vertreter chinesischer und deutscher Ministerien sowie der Hanns-Seidel-Stiftung, der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit und InWEnt geladen
waren, aber auch deutsche Unternehmen, die
im Bereich der beruflichen Bildung in China
aktiv sind. Etwa 450 Personen nahmen an dieser
Veranstaltung teil.
Die Vize-Bildungsministerin bezeichnete
in ihrer Rede die chinesisch-deutsche Kooperation
in der Berufsbildung als die „am längsten
bestehende, effektivste und erfolgreichste“ ihrer Art, mit mehr als 100 durchgeführten
Projekten. Die Hanns-Seidel-Stiftung war
hierbei ein Vorreiter, wie die Vize-Bildungsministerin
und mehrere Redner betonten. Die
bestehenden Kooperationsbeziehungen sind
eine gute Ausgangsbasis für zukünftige Kooperationsfelder im Bildungsbereich, etwa auf der bildungspolitischen Makroebene, hob Lu Xin hervor. Beide Länder können von den wechselseitigen bildungspolitischen Erfahrungen und Reformen partizipieren.
Die berufliche Bildung, so die Vize-Bildungsministerin,
ist von strategischer Bedeutung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in China und die politische Führung
widmet dem Thema große Aufmerksamkeit. Hierbei steht die Schaffung eines „modernen und innovativen Berufsbildungssystems mit chinesischer Charakteristik“ im Mittelpunkt, wie sie weiter ausführte.
Der Vorsitzende der Hanns-Seidel-Stiftung, Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair ging in seinem Vortrag auf die Mehrdimensionalität
beruflicher Bildung ein. Sie trägt zur Stabilisierung der Gesellschaft bei und schafft individuelle Handlungsräume. Die deutsch-chinesische Kooperation im Bildungsbereich“, so Vize-Bildungsminister Dr. Hao Ping während
des Abendempfangs, „ist ein wichtiges Element der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.“ „Es zeugt von Weitblick“, so Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair, „dass die Hanns-Seidel-Stiftung beizeiten in den bildungspolitischen
Dialog mit China eingetreten ist.“
Inhaltliche Schwerpunkte des ersten Konferenztages waren die Rolle der beruflichen Bildung im Modernisierungsprozess Chinas, der Zusammenhang von beruflicher Bildung und gesellschaftlicher Entwicklung, die Rolle der Politik und der Unternehmen bei der Entwicklung der Berufsbildung sowie die Steigerung der Attraktivität und Qualität beruflicher Bildung. An zweiten Tag der Veranstaltung kamen in vier parallelen Themenforen die Aspekte Kooperation von Schule und Betrieb, Unterrichtsreform, die Förderung der Lehrkräfte und die gesetzlichen Rahmenbedingungen beruflicher Bildung zur Sprache. Zwar wurden auch die erzielten bildungspolitischen Erfolge in den Fachbeiträgen thematisiert, im Fokus standen jedoch die anstehenden Reformmaßnahmen zur notwendigen Weiterentwicklung der beruflichen Bildung. Ein Problem stellt nach Auffassung der chinesischen Bildungsexperten die ausgeprägte Heterogenität innerhalb des Berufsbildungssektors dar. Die Etablierung eines innovativen Schulmanagements sowie die Implementierung
schulischer Monitoring- und Evaluierungssysteme sind hierbei unerlässlich für die qualitative Entwicklung des chinesischen Berufsbildungssystems.
Begleitend fand eine Ausstellung statt, in der sich die chinesischen und deutschen Partner mit ihren Projekten dem Fachpublikum präsentierten. Die Hanns-Seidel-Stiftung stellte Projekte im Bereich der beruflichen Bildung mit Schwerpunkt auf der Lehrerfortbildung vor und präsentierte beispielhaft Qualifizierungsmodelle in der höheren beruflichen Bildung. Ebenfalls abgebildet wurde der Bildungstransfers in die strukturschwache Regionen Westchinas und die Kooperation im Wissenschaftsbereich. |