Am 8. Mai 2010 feierte das chinesisch-deutsche Kooperationsprojekt zur beruflichen Bildung, das Berufsbildungszentrum Shanghai, sein 25-jähriges Bestehen. Zu diesem Festakt im Bildungszentrum waren Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft, Projektpartner und verdiente Lehrkräfte der Bildungseinrichtung geladen. Projektpartner des BBZ Shanghai sind die Bildungskommission Shanghai, das Staatsunternehmen Shanghai Electronics and Instrumentation Holding Group Company und die Hanns-Seidel-Stiftung.
Auf der Ebene der schulisch-betrieblichen Zusammenarbeit kooperiert das BBZ mit zahlreichen chinesischen und deutschen Unternehmen.
Der deutsche Generalkonsul in Shanghai Dr. Albrecht von der Heyden hob hervor, dass dieses Projekt einen Beitrag leistet zur Fachkräfteausbildung und damit zur wirtschaftlichen Entwicklung, aber es sei zugleich auch ein Beispiel für die Zusammenarbeit beider Länder. „Beziehungen“ so der Generalkonsul, „leben durch gelebte, konkrete Begegnungen.“ Als Vorreiter der deutsch-chinesischen Kooperation hat die Hanns-Seidel-Stiftung viel für die bilateralen Beziehungen getan, wie er weiter ausführte.
Der Vize-Parteisekretär der Shanghai Instrumentation and Electronics Holding Company, Ma Jianhong, verwies in seinen Ausführungen auf die gemeinsamen bildungspolitischen Bemühungen und Erfolge, etwa auf die Erprobung von Ausbildungsmodellen oder die Gründung des Berufsbildungsverbandes für Elektro- und Informationstechnik 2008, der die Förderung der Kooperationen zwischen Schule und Betrieb zum Ziel hat, sowie aktuell die Erprobung der Durchlässigkeit der mittleren und höheren beruflichen Bildung. Hierin zeigt sich, so der Vize-Parteisekretär, der innovative Charakter der Kooperation.
Der Leiter der Abteilung für berufliche Bildung des bayerischen Ministeriums für Unterricht und Kultus, German Denneborg, widmete sich in seiner Festrede den bildungspolitischen Grundsatzüberlegungen im beruflichen Bildungswesen in Bayern. „Ein vielfältiges Bildungssystem, das unterschiedliche Angebote beinhaltet, führt dann von Bildungschancen zu Bildungsgerechtigkeit, wenn der Grundsatz gilt: kein Abschluss ohne Anschluss.“ Damit ist gemeint, so Denneborg, dass sich mit jedem schulischen Abschluss neue Optionen eröffnen und dadurch eine Durchlässigkeit im Bildungssystem gegeben ist. Vielfältige Möglichkeiten der beruflichen Bildung bieten ein breites Spektrum an Wegen in den Beruf und tragen so individuellen Lebenssituationen Rechnung. Die Informations- und Wissensgesellschaft stellt neue Herausforderungen an die Menschen und die Voraussetzung für ein sinnvolles Informations- und Wissensmanagement ist die Bildung, lebensbegleitend in unterschiedlichen Formen, wie er abschließend bemerkte. |