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Umweltschutz - eine gesellschaftliche Herausforderung

     
   
     
    „Wir haben nicht nur einen Überblick über Konzepte zur CO2-Reduzierung gewonnen und Aspekte energetischer Bausanierung kennengelernt, sondern auch Einblicke in lebensweltliche Sphären“, so der Vizepräsident der Gesellschaft des Chinesischen Volkes für Freundschaft mit dem Ausland, Feng Zuoku. Er führte eine Parlamentarierdelegation an, die vom 28. Juni bis 5. Juli 2009 die Bundesrepublik Deutschland besuchte. Stationen der Reise waren Berlin, Görlitz, Dresden und München. Im Vordergrund stand die Umweltpolitik mit dem Schwerpunkt energetisches Bauen sowie politische Gespräche mit deutschen Parlamentariern.
     

 

 

So trafen die chinesischen Abgeordneten der Volkskongresse aus sechs Provinzen im Bundestag mit dem Vorsitzenden der Deutsch-Chinesischen Parlamentariergruppe Johannes Pflug (SPD) und den Mitgliedern Erich G. Fritz (CDU/CSU), Detlef Dzembritzki (SPD) und Dr. Joachim Pfeiffer (CDU/CSU) zusammen. Im Mittelpunkt des Gespräches standen die Bundestagswahl 2009 und die Entwicklung in China.

Im bayerischen Landtag informierte sich die Delegation bei der Abgeordneten und stv. Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung, Prof. Ursula Männle (CSU) über die parlamentarische Tätigkeit der Abgeordneten und damit verbundene Aktivitäten. Besonders beeindruckt zeigten sich die chinesischen Gäste von den Anforderungen eines Wahlkampfes in Deutschland. Ursula Männle berichtete sehr anschaulich über die letzte Wahlkampagne und präsentierte die eingesetzten Wahlkampf-Werbemittel „Hier kommt der Politiker zum Bürger, so sollte es sein“, kommentierte ein Teilnehmer der chinesischen Delegation.Im Bundesministerium für Umweltschutz, Naturschutz und Reaktorsicherheit standen die umweltpolitische Entwicklungslinie, Politiken und Maßnahmen sowie das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung im Zentrum der Diskussion und im B undesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung das Thema Energieeffizienz und Klimaschutz, Energieeinsparverordnung und Förderkonzepte.

Der Vorsitzende der Ersten Wohnungsbaugenossenschaft Berlin-Pankow e.G. , Ulrich Wacker, erläuterte bei einer Begehung die energetische Modernisierung eines Wohnkomplexes der Genossenschaft in Berlin-Buch mit einem Energieeinsparpotenzial von 25-30%. Bei den baulichen Maßnahmen wird auch auf Barrierefreiheit geachtet, um älteren Bewohnern so lange wie möglich das Wohnen in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen.

In Dresden-Gorbitz erläuterte der Vorstand der Eisenbahner-Wohnungsbaugenossenschaft Dresden e.G., Jürgen Hesse und Dipl.-Ing. Günter Sauerbrey bei einem Rundgang das Pilotprojekt zur Aufwertung und Umgestaltung der Plattenbausiedlung Gorbitz im Rahmen des Städtebauprogramms. Zahlreiche Gebäude mussten aufgrund der Abwanderung und des damit verbundenen Leerstandes abgerissen werden. Bei anderen Gebäuden kam es zum Rückbau auf drei, vier oder sechs Stockwerke. Die Sanierung und Modernisierung erfolgte unter energetischen Gesichtspunkten, wobei den Bedürfnissen nach unterschiedlichen Wohnformen Rechnung getragen wurde. Daneben wurden Verbesserungen im Wohnumfeld vorgenommen

.In Görlitz stellte der Amtsleiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes Dipl.-Ing. Lutz Penske das städteplanerische Konzept der Kommune vor. Görlitz verfügt über das größte Flächendenkmal Deutschlands. Erklärtes Ziel der Stadt Görlitz ist die Altstadt in ihrer Form zu erhalten und damit die europäische Stadtstruktur. Durch die Aufwertung der Altstadt werden Zuzugswillige motiviert, sich in der Altstadt niederzulassen. Senioren aus den alten Bundesländern haben dieses Angebot bereits angenommen.

 
Nach dem Gespräch mit den Bundstags-abgeordneten Johannes Pflug (2. v.r.), Erich G. Fritz (2. v.l.) und Detlef Dzembritzki (2. v.l.o.)
 

 

 

Mit Prof. Ursula Männle im Bayerischen Landtag
 
Begehung des Pilotprojektes in Dresden-Gorbitz
 

Besonders beeindruckt zeigten sich die chinesischen Gäste von den Initiativen der Schwesterstädte Görlitz und – auf der anderen Seite der Neiße in Polen – Zgorzelec, die Stadtentwicklung gemeinsam zu planen und damit „ein Stück Europa zu leben“. Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Dr. Andreas Bednarek gab in einer stadthistorischen Führung einen Überblick über die Ansätze, Erfolge und Probleme der Altstadtsanierung in Görlitz.

In Dresden informierte Wolfgang Socher, Leiter der Abteilung Stadtökologie im Umweltamt über Klimaschutz und Energieeffizienz. Verfolgt wird eine Doppelstrategie: CO2-Reduzierung durch unterschiedliche Maßnahmen, wie der Ausbau der Kraft-Wärme-Koppelung oder die Energieoptimierung in Gebäuden, aber zugleich auch Anpassungsmaßnahmen an das veränderte Klima, etwa die Niederschlagswasserbewirtschaftung von Grundstücken. Die industrielle Umweltverschmutzung ist in Dresden stark zurückgegangen. Heute nehmen die Bürger mit ihren Verhaltens- und Konsummuster stärker Einfluss auf das Ökosystem. Und hier gilt es einzuwirken, so Wolfgang Socher.

In der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. stellten Dr. Peter Pfleger, Werner Bombies und Matthias Ultsch den Umweltpakt Bayern vor, die älteste Einrichtung dieser Art in Deutschland und damit zugleich Vorreiter für andere Bundesländer. Die Mitgliedschaft ist geknüpft an Umweltschutzmaßnahmen, die über die gesetzliche Norm hinausgehen. Der Vorteil liegt im Imagegewinn, zumal die Unternehmen das Umweltpakt Bayern-Logo marketingwirksam einsetzen können, und die zusätzlichen betrieblichen Umweltschutzmaßnahmen tragen im Ergebnis zur Kosteneinsparung bei.

In München trafen die Delegationsteilnehmer den Leiter des Instituts für Internationale Begegnung und Zusammenarbeit der Hanns-Seidel-Stiftung, Christian Hegemer zu einem Meinungsaustausch über die Entwicklung der EU.