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 Stipendiatentreffen in Sichuan

         
   

An der Sichuan Agriculture University in Ya'an fand am 10. April 2008 ein Treffen mit den in Sichuan studierenden Stipendiaten der Hanns-Seidel-Stiftung statt. Von den insgesamt zwanzig Stipendiaten studiert die eine Hälfte an der University in Ya ' an, südwestlich von Chengdu, die andere am Xichang College im Süden Sichuans.

   
Vorstellung der Arbeit der Hanns-Seidel-Stiftung   Stipendiaten aus Sichuan
   
   

Das seit 2002 durchgeführte innerchinesische Stipendienprogramm wird mit der China Friendship Foundation für Peace and Development durchgeführt, die der Chinesischen Gesellschaft für Freundschaft mit dem Ausland angegliedert ist. Gefördert werden insgesamt 45 Studierende aus Sichuan und Yunnan. Das Programm richtet sich an begabte Studierende aus einkommensschwachen Familien. Neben den beiden Hochschulen aus Sichuan sind die Yunnan Shifan Daxue, die Kunming Ligong Daxue und die Kunming Daxue beteiligt. Nach Umstellung des Programms werden nun alle Stipendiaten über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert, beginnend im zweiten Studienjahr. 2009 wird die erste Gruppe nach den neuen Fördermodalitäten das Hochschulstudium mit dem Bachelor abschließen. Der Frauenanteil unter den geförderten Studierenden ist sehr hoch, in Sichuan beträgt er sogar 80 Prozent. Die Studienfächer der Stipendiaten aus Ya'an und Xichang sind in den Bereichen Agrar- und Forstwirtschaft, Ernährungswissenschaft, Landressourcen-Management, Biowissenschaften, Wasserbau, Bauwesen und Ingenieurswissenschaft, Informatik und Marketing angesiedelt. Die Mehrzahl der Stipendiaten möchte im Anschluss gleich berufstätig werden, eine kleinere Gruppe strebt den Abschluss Master an, um später in der Wissenschaft tätig zu sein.

Im ersten Teil der Veranstaltung standen das gegenseitige Kennenlernen und eine Präsentation über die Hanns-Seidel-Stiftung im Vordergrund. Der zweite Teil der Veranstaltung fand am Nachmittag in einem Vorlesungssaal statt, da noch weitere interessierte Studierende der Universität daran teilnahmen. Hier standen die Entwicklung Deutschlands, das politische System, die demografische Entwicklung und das Sozial- und Bildungssystem im Mittelpunkt. Die anschließende Diskussion war sehr lebhaft. Von Seiten der Studierenden wurden u.a. der Aspekt des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas und damit verbundene Ängste im Westen thematisiert, das Image chinesischer Produkte in Deutschland, Erfolgsfaktoren der deutschen Wirtschaft. In der Diskussion wurde aber auch anhand der Bundesrepublik Deutschland gezeigt, wie wichtig die Aufarbeitung der eigenen nationalen Geschichte ist.

Alle an dem Stipendienprogramm beteiligten Universitäten gewähren den Freiraum für einen offenen Austausch mit den Studierenden und tragen dadurch zu einem besseren Verständnis unterschiedlicher Positionen im interkulturellen Dialog bei. Wieder einmal zeigte sich ein großes Interesse der Studierenden am direkten Austausch. Gerade in den abgelegenen Regionen besteht ein hoher Bedarf an Informationen und Austausch zu deutschland- und europaspezifischen Themen. Zwischen der Sichuan Agriculture University und deutschen Universitäten bestehen gute Beziehungen. Zwei der vier Vizepräsidenten der Universität haben in Deutschland studiert und sprechen deutsch. Die Universität ist am „211-Programm“ beteiligt und gehört damit zu den führenden 100 Universitäten Chinas im 21. Jahrhundert. Das Fach Deutsch wird leider nicht angeboten, da bislang keine Lehrkraft gewonnen werden konnte. Das Interesse auf Seiten einzelner Studierender ist ohne Zweifel vorhanden.