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Brücken bauen - Indonesische Bildungsexperten informieren sich in China

     
   

Vom 8. bis 15. Mai besuchte eine hochrangige Delegation aus Indonesien die Volksrepublik China, um sich an verschiedenen Projektstandorten der Hanns-Seidel-Stiftung und bei Vertretern des Ministry of Education ( MoE) über die berufliche Bildung und das Berufsbildungssystem zu informieren. Die Delegation wurde angeführt von Herrn Dr. Endang Turmudi, dem Generalsekretär des Zentralbüros der Nahdlatul Ulama (NU). Neben weiteren Vertretern der NU gehörten der Parlamentsabgeordnete Herr Masduki Baidlowi und Herr Aceng Abdul Azis vom Ministerium für religiöse Angelegenheiten zu den Teilnehmern. Die Delegation wurde begleitet von Herrn Christian Hegemer, Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Jakarta.

Die Nahdlatul Ulama (NU) ist die größte muslimische Organisation Indonesiens, die sich stark im Bildungs- und Gesundheitswesen engagiert und den interreligiösen Dialog fördert. Die Anhänger kommen aus den verschiedensten gesellschaftlichen und beruflichen Bereichen. Gesellschaftlich vertritt die NU Werte wie Gerechtigkeit, Toleranz und Ausgewogenheit, sowohl im zwischenmenschlichen Bereich als auch im religiösen Kontext. Extreme Haltungen bzw. Positionen stehen nicht im Einklang mit den Grundüberzeugungen der NU.

In der Provinz Shandong besuchte die Delegation das Berufsbildungszentrum (BBZ) und Berufspädagogische Fortbildungszentrum (BFL) Pingdu sowie das Lehr und Versuchsgut (LVG) an der Außenstelle Cuizhao. Außerdem standen das Berufsbildungszentrum (BBZ) Weifang und das Berufspädagogische Fortbildungszentrum (BFZ) Qingzhou auf dem Programm. Die Projektleiter Herr Simon Numberger und Herr Albrecht Flor vermittelten einen Einblick in das praxisorientierte duale System der Facharbeiterausbildung bis zur Ausbildung der Meister. Weitere Schwerpunkte waren die Fortbildung der Berufsschullehrer und der Bildungstransfer in die strukturschwachen Regionen. Beides stieß auf besonderes Interesse, da auch in Indonesien in beiden Bereichen erheblicher Handlungsbedarf besteht.

In Peking erörterte Herr Zhang Zhaowen, stv. Direktor für Berufs- und Erwachsenenbildung des MoE, die Grundzüge des chinesischen Bildungssystems sowie Maßnahmen und Anstrengungen im Bereich der beruflichen Bildung. Die berufliche Bildung ist insbesondere auch für die ländliche Bevölkerung ein wichtiges Instrument zur Qualifizierung und eröffnet berufliche Perspektiven. Herr Prof. Jiang Dayuan, stv. Direktor des Zentralinstituts für Berufsbildung des MoE, beleuchtete den Entwicklungspfad der Berufsbildung in China seit der Öffnung 1978. Die berufliche Bildung sei ein strategischer Baustein im Bildungssystem und von großer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung. Untermauert werde dies mit den hohen Bildungsinvestitionen im Bereich beruflicher Bildung in den kommenden Jahren.

Von Seiten der indonesischen Delegation wurde die Frage nach Problemen im Zusammenhang mit der beruflichen Bildung und der Höhe der Bildungsausgaben aufgeworfen. Nach Aussage von Prof. Jiang Dayuan genießt die berufliche Ausbildung bei vielen Eltern keinen hohen Stellenwert, mit der Folge, dass die berufliche Ausbildung temporär ins Hintertreffen geraten sei. In China entfallen nach Auskunft von Herrn Zhang Zhaowen ca. 10-15% der Staatsausgaben auf den Bildungssektor. In Indonesien beträgt der prozentuale Anteil rund 9%. Laut Verfassung muss jedoch dieser Anteil in den nächsten Jahren auf 20% des Staatsetats gesteigert werden.

Bei der Präsentation des indonesischen Bildungssystems durch Herrn Abdul Halim Mahfudh wurde deutlich, dass das indonesische Bildungssystem in erheblichem Maße von den verschiedenen Konfessionen getragen wird, besonders von den Muslimen, der bevölkerungsstärksten Gruppe. Nach Aussage des Delegationsleiters Herrn Dr. Endang Turmudi bekam die Delegation durch die praktische Anschauung in den verschiedenen Projekten sowie den Gesprächen mit den Projektleitern und den Vertretern des Ministry of Education zahlreiche Anregungen. "Damit unterstützen Sie uns bei dem Vorhaben ein modernes Berufsbildungssystem in Indonesien zu etablieren."

 
  Nach dem Gespräch mit den Bundstagsabgeordneten Johannes Pflug (2. v.r.), Erich G. Fritz (2. v.l.) und Detlef Dzembritzki (2. v.l.o.)
   
     
 
Die indonesische Delegation informiert sich über Konzepte zur Lehrerfortbildung
   
 
  Veranstaltung mit Vertretern des chinesischen Ministry of Education in Beijing
   
 
 

Metallgrundbildung am Berufsbildungszentrum Weifang