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An
der ganztägigen Fachveranstaltung nahmen etwa 100 Schulleiter,
Abteilungsleiter und andere Vertreter verschiedener Berufsschulen und
Berufsakademien der Stadt Chongqing und anderer Bezirke des Großraums
Chongqing sowie Vertreter der lokalen Erziehungskommissionen teil. Hu
Bin, stv. Leiter der Erziehungskommission Chongqing, verwies in seiner
Eröffnungsansprache auf die Notwendigkeit der Ausbildung qualifizierter
und kreativer Fachkräfte. Dies mache auch die internationale
Zusammenarbeit im Bildungsbereich notwendig. Er drückte die Hoffnung
aus, dass die Chongqinger Berufsschulen durch die Kooperation mit
Deutschland an Innovationskraft gewinnen. Der Vertreter der Deutschen
Botschaft, Jan von Häfen, griff Hu Bins Worte vom Einfluss des
deutschen dualen Ausbildungssystems auf und verwies zum Beispiel auf
das chinesische Berufsbildungsgesetz, wo der Einfluss unverkennbar ist.
Ein geeignetes Reservoir an Fachkräften ist für die Ansiedlung
ausländischer Unternehmen von grundlegender Bedeutung. Hier gibt es
noch Defizite.
Im Mittelpunkt des Vortrages von
Yue Yong, Direktor der Internationalen Abteilung der
Erziehungskommission Chongqing, stand die Situation und Entwicklung der
Berufsbildung in Chongqing. Sabine Gummersbach-Majoroh, Leiterin von
iMOVE (International Marketing of Vocational Education) beim
Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) sprach über das deutsche
Berufsbildungssystem, seine Strukturen, Trends und Reformen.
Im
Anschluss wurden deutsch-chinesische Programme und Projekte im
berufsbildenden Bereich vorgestellt. Dr. Michaela Baur, die die
Veranstaltung inhaltlich koordiniert hat und auch die Moderation
übernahm, sprach über die vielgestaltigen Programme der GTZ, Jochen
Sonntag von InWEnt über deren Personalentwicklungsprogramme und Jens
Hildebrandt über die Rolle der IHK und AHK in der Berufsausbildung.
Albrecht
Flor, Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung, referierte über
Erfahrungen und Perspektiven der Lehrerfortbildung am Beispiel der
chinesisch-deutschen Berufsbildungsprojekte der Hanns-Seidel-Stiftung.
Sehr anschaulich skizzierte er den zugrunde liegenden Ansatz und die
strukturelle Umsetzung. Ausgangspunkt aller Aktivitäten im Bereich
Lehrerfortbildung ist ein modulartiges Maßnahmenpaket für die jeweilige
Zielgruppe. In Fortbildungs- und Nachqualifizierungskursen von
unterschiedlicher Dauer werden Lehrerinnen und Lehrer an den
Berufsbildungszentren Weifang und Shiyan und am Berufspädagogischen
Fortbildungszentrum Qingzhou fortgebildet. Die Lehrkräfte dieser
Bildungseinrichtungen führen jedoch auch viele Fortbildungskurse an den
Stützpunktschulen im strukturschwachen Westen, hauptsächlich in den
Provinzen Gansu, Xinjiang, Qinghai und Tibet durch, unter zum Teil
schwierigen Rahmenbedingungen. In der Lehrerfortbildung kommen zwar
auch deutsche Experten aus dem Berufsbildungs- und Hochschulbereich zum
Einsatz, aber das Gros der Dozenten besteht aus einem Stamm
chinesischer Lehrkräfte, die ihrerseits wiederum in
Train-the-Trainer-Fortbildungen eingebunden sind.
Das
Kursangebot orientiert sich am konkreten Bedarf der Lehrkräfte und der
beruflichen Praxis und unterscheidet sich dadurch von der in China noch
immer vorherrschenden theorieorientierten Ausrichtung des
Berufsschulunterrichts. Eine wichtige Komponente der Lehrerfortbildung
in den Projekten der Hanns-Seidel-Stiftung ist der sogenannte Selbstbau
von Ausstattung. Die Lehrkräfte bauen zum Beispiel Modelle, wie etwa im
Bereich Kfz-Fortbildung ein „Lehrmodell Hydraulik-Bremse“, die sie dann
im Unterricht einsetzen bzw. an der eigenen Berufsschule nachbauen
können. Flankierend dazu werden Handreichungen für den Unterricht
erstellt. Mit dieser nutzerorientierten Ausrichtung ist eher
gewährleistet, dass ein passender methodisch-didaktischer Ansatz im
Unterricht Einzug hält.
Das Forum zur
Berufsbildung in Chongqing hatte zugleich auch den Charakter einer
Kontaktbörse. In Kurzpräsentationen stellten deutsche
Berufsbildungsanbieter ihr Portfolio vor. Anschließend fand eine
Kooperationsbörse statt. Die gesamte Veranstaltung bot eine geeignete
Plattform zur Vertiefung des deutsch-chinesischen
Berufsbildungsdialoges und vielleicht sogar zur Anbahnung gemeinsamer
Projekte.
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